Haben Patienten mit Diabetes mellitus auch exokrine Funktionsstörungen?
Einleitung
Diabetes mellitus ist eine Erkrankung des hormonellen (endokrinen) Anteils der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen).
Eine zusätzliche Erkrankung das Verdauungs-Anteils der Bauchspeicheldrüse (exokriner Anteil) ist nicht unwahrscheinlich.
Epidemiologische Daten
Eine große Studie von Professor Hardt aus Gießen und Kollegen mit 1021 Diabetes-Patienten (Typ I und II) zeigte wie auch ältere Studien, dass ein Diabetes mellitus nicht selten mit einer leichten oder sogar schweren exokrinen Pankreasinsuffizienz (Störung der Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse) einhergehen kann.
Die in dieser Studie untersuchten Patienten hatten eine durchschnittliche Diabetes-Dauer von 11 Jahren:
Konsequenzen für die Praxis
In der täglichen Praxis gibt es immer wieder diabetische Patienten mit unklaren Verdauungs-Beschwerden, die häufig auf eine Magenlähmung als Diabetes-Folge zurückgeführt werden.
Diese Beschwerden könnten häufiger als bisher angenommen Ausdruck einer exokrinen Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse sein. Auch eine plötzliche und unerklärliche Gewichtsabnahme könnte ein Zeichen dafür sein.
Treten die genannten Beschwerden auf, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Sie sind behandelbar, indem die fehlenden Verdauungsenzyme ersetzt werden (z.B. mit Kreon®)..
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.